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19.02.2010 Energiekosten

Politiker sind nur glücklich, wenn sie publikumswirksam auftreten können. Was auch immer dort nicht einfach zu verkaufen ist, wird einfach nicht gemacht.

Wie anders ist zu erklären, daß es für 40% des Energieverbrauchs keine einfache gangbare Hilfe des Staates zum Sparen gibt. Es gibt ganz viel Konzepte, um Energie einzusparen. Doch am Anfang stehen die Bestandsaufnahme und deren Würdigung. Dabei hilft uns keiner.

Wir schauen in unsere Heizkostenabrechnung und sehen dort viele Zahlen, mehr nicht. Was bedeuten diese vielen Zahlen? Habe ich viel oder wenig verbraucht? Und warum sagt mir das keiner?

Jetzt mache ich mir die Mühe und suche die Abrechnung vom Vorjahr und vergleiche die Werte. Und was sagen mir die Werte jetzt, im Vergleich? Nichts wirklich brauchbares, es fehlen Komponenten, die uns für einen brauchbaren Vergleich vorenthalten werden.

Zu aller erst die einfachste Frage, die noch jeder für sich beantworten kann.

Wohne ich in einem Mehrfamilienhaus oder einem Einfamilienhaus? Wie groß ist die Wohnung?

Welcher Zeitraum wird betrachtet und wo wohne ich, in einer Stadt oder auf dem Land?

Natürlich auch konkret der Landkreis.

Jedem leuchtet ein, daß ein Einfamilienhaus in schöner Lage in der Nähe von Garmisch einen anderen Verbrauch hat, als eine ansonsten gleich große Wohnung in Berlin-Kreuzberg.

Weiter leuchtet jedem ein, daß ein Objekt in einem Jahr ohne Winter, mit vielleicht nur 3 Tagen unter Null weniger verbraucht als in einem Jahr mit Winter und 40 Tagen unter Null.

Es leuchtet uns ein. Doch was hilft dies alles einem einfachen Bürger. Wer sagt ihm, ob er viel oder wenig verbraucht hat? Keiner!!! Doch es sind immer noch 40% des Energieverbrauchs.

Wenn es um die Hebung gewaltiger Energieeinsparungen geht, müßte zunächst ein Ministerium zuständig sein. Welches? Es geht um Energieeinsparung, da könnte es das Umweltministerium sein. Es geht um private Eigenheime und sonstigen privaten Wohnraum, da könnte es auch das Verbraucherschutzministerium sein.

Und rührt sich einer, nein, denn es ist nicht einfach!

Es müßte eine Normierung erfolgen. Eigentlich etwas, wozu Beamte geradezu geschaffen sind.

Die verschiedenen Wetterinstitute haben sicherlich für jeden Ort in der Republik Temperaturprofile.

Also kann das Ministerium diese Temperaturprofile veröffentlichen.

Jetzt ist der Bürger in der Lage seinen Verbrauch mit einem Faktor aus der Profiltabelle anzupassen und kann nun die Verbräuche mehrerer Jahre direkt miteinander vergleichen.

Damit hätte der Bürger erstmals Werte für sich, die über mehrere Jahre brauchbar vergleichbar sind.

In einem zweiten Schritt, mag eine unabhängige Stelle, im Internet eine Plattform bereitstellen, in der jeder Hauseigentümer oder Mieter, seine Verbrauchsdaten erfassen kann und dafür auch sieht, im Sinne eines Rankings ob er viel oder wenig verbraucht hat.

Diese beiden Schritte sind für ein Ministerium schnell und einfach erledigt, nur müßte damit begonnen werden.

Nachdem der Bürger brauchbare Werte erhält, ist dann der nächste Schritt schon viel schwieriger. Der Bürger soll an seinem Verbrauchsverhalten etwas ändern. Er soll deutlich weniger verbrauchen.

Und wieder geht dies nicht ohne Begleitung.

Stellen Sie Sich vor, Sie haben nur noch eine Kreditkarte, kein Bargeld und erhalten nur einmal im Jahr einen Kontoauszug. Sie werden sagen, das geht nicht. Doch genauso funktioniert Energieabrechnung.

Ohne Unterstützung des Bürgers geht es nicht. Aber auch die Energieversorger müssen anpassen.

Der Verbrauch muß für den Bürger spätestens monatlich sichtbar werden. Jeder längere Zeitraum führt dazu, daß das System nicht funktioniert.

Es mag teure Systeme geben, die die Daten in einem Haushalt ständig auslesen und dann möglicherweise z.B. per Internet wieder zur Verfügung stellen.

In vielen Mehrfamilienhäusern sind die Zählerschränke in Räumen untergebracht, die für die Mieter nicht zugänglich sind. Der Zähler muß also in die Wohnung. Entweder physisch oder mit permanenter Ausleseeinheit . Ich muß als Mieter in meiner Wohnung den Zählerstand ablesen können.

Gleiches gilt für den Gaszähler und eine Verbrauchsmessung für meinen Heizöltank.

Für die Heizung in einem Mehrfamilienhaus muß ein Weg gefunden werden, der eine kontinuierliche Abrechnung jeder einzelnen Mietpartei unabhängig von den anderen ermöglicht.

40% unseres Energieverbrauches werden für Heizung aufgewandt und wir haben normalerweise für 18 Monate keine Ahnung von unserem Verbrauch oder unseren anteiligen Kosten.

Wann beginnt die Politik mit ihrer Arbeit?

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